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Regierung läßt Granaten im Meer

Kiel. Mehrere tausend Giftgasgranaten aus dem Zweiten Weltkrieg sollen auf dem Meeresboden vor der Nordseeinsel Helgoland liegenbleiben. Das entschied das schleswig-holsteinische Innenministerium am Donnerstag in Kiel. Das Ministerium lehne eine Bergung der mit dem Nervengift Tabun gefüllten Geschosse als zu gefährlich ab. Nach Expertenmeinung sei das Risiko bei der Bergung zu hoch, erklärte ein Sprecher. Britische Truppen hatten die aus Wehrmachtsbeständen stammenden Granaten 1949 etwa vier Kilometer südlich von Helgoland im Meer versenken lassen. Spezialisten vom Kampfmittelräumdienst gehen davon aus, daß es sich um 90 Tonnen Munition mit 11,7 Tonnen Nervenkampfstoff handelte. Helgoland war damals unbewohnt und wurde erst 1952 wieder besiedelt. (AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 12.02.2010, Seite 5, Inland

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