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Protest gegen Globalisierung: von Basel über Istanbul nach Dakar

Etwa 300 Menschen haben am Samstag nachmittag mit einer Demonstration in Basel gegen das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos protestiert. »Den Widerstand auf die Straße tragen – Kapitalismus zerschlagen«, hieß es unter anderem auf einem Transparent. »Hinter Krieg und Krise steht das Kapital – bekämpfen wir es hier und international«, skandierten die Demonstranten. Bei der Kundgebung, an der vermummte Autonome, aber auch Kurden und Gewerkschafter teilnahmen, wurden Scheiben am Hauptsitz der Schweizer Kantonalbank eingeschlagen. Zudem bewarfen Jugendliche die Fassade des Nobelhotels »Trois Rois« mit Eiern und beschädigten mehrere Fahrzeuge. Die Polizei hielt sich im Hintergrund, drei Teilnehmer wurden nach der Veranstaltung einer Personenkontrolle unterzogen. Rund 130 Personen haben ebenfalls am Samstag am WEF-Tagungsort in Davos gegen das Weltwirtschaftsforum demonstriert. Die von den Grünen organisierte Kundgebung verlief friedlich.

Derweil bereitet sich die globalisierungskritische Bewegung auf neue Proteste vor. So findet vom 1. bis zum 4. Juli zum sechsten Mal das Europäische Sozialforum (ESF) statt. Tagungsort ist in diesem Jahr Istanbul. Das nächste zentrale Weltsozialforum findet 2011 in der senegalesischen Hauptstadt Dakar statt. Das Weltsozialforum – das in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen feierte (siehe Seite 7) – ist eine Gegenveranstaltung zu den Gipfeln der Welthandelsorganisation (WTO), dem Davoser Weltwirtschaftsforum und den jährlichen Weltwirtschaftsgipfeln der Regierungs­chefs der G-8-Staaten. Die erste Veranstaltung des Weltsozialforums fand 2001 in Porto Alegre, Brasilien, statt und wurde zu einem Symbol für die Bewegung der Kritiker der Globalisierung. Die Bewegung geht aber bereits zurück auf die Erhebung der Zapatistas im mexikanischen Chiapas. (fb)
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Erschienen in der Ausgabe vom 01.02.2010, Seite 3, Schwerpunkt

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