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Presserat kritisiert WAZ
Berlin. Für die Berichterstattung über den Duisburger
Kommunalpolitiker Herman Dierkes (Die Linke) hat die Westdeutsche
Allgemeine Zeitung (WAZ) eine Mißbilligung des Deutschen
Presserats erhalten. Unter der Überschrift »Dierkes ruft
zum Israel-Boykott auf«, hatte das Blatt den Autor mit den
Worten zitiert, daß er »natürlich wisse«,
woher der Satz »Deutsche kauft nicht bei Juden« stamme.
Die WAZ verschwieg aber, daß sich Dierkes ausdrücklich
von diesem Spruch distanziert hatte. Bei der Brisanz des Vorganges
wäre es zwingend notwendig gewesen, die Leser darüber zu
unterrichten, daß sich Dierkes von Neonazis abgrenzt«,
urteilte der Presserat, der in dem WAZ-Artikel eine Verletzung der
journalistischen Sorgfaltspflicht sah. (jW)
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