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Todesanzeige

Die Wirtschaftskrise hat Reader’s Digest erwischt. Der Verlag des US-Monatsmagazins, das international mit verschiedenen Ausgaben erscheint, hat am Montag Gläubigerschutz nach Chapter 11 des US-Konkursrechts beantragt. Der Verlag möchte aus der Insolvenz als »finanziell stärkere Organisation hervorgehen und in der Lage zu neuem Wachstum sein«, erklärte Unternehmenschefin Mary Berner in Pleasantville im US-Staat New York. Eine Todesanzeige kann man kaum schöner gestalten. Von der Insolvenz sei ausschließlich das US-Geschäft betroffen.

Seit dem Verkauf an ein Konsortium um den Finanzinvestor Ripplewood Holdings 2007 kämpft Reader’s Digest mit einer schweren schuldenlast. Durch die Planinsolvenz, der nach Unternehmensangaben 80 Prozent der wesentlichen Gläubiger zugestimmt haben, will der Verlag seine Schulden von 2,2 Milliarden Dollar auf 550 Millionen Dollar senken. Die Gläubiger sollen im Gegenzug die Kontrolle über den Verlag erhalten. Die US-Auflage ist von 17 Millionen in den goldenen Siebzigern auf heute acht Millionen gesunken.
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(AP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 25.08.2009, Seite 12, Feuilleton

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