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Weibliche Kriegserfahrungen

Von Franz-Karl Hitze
München. Die in Slowenien lebende Literaturwissenschaftlerin Katja Kobolt hat eine Studie erarbeitet, die helfen soll »die Formen der Kriege in Jugoslawien im vorigen Jahrhundert, speziell die Formen der Erinnerungen zu verstehen«. Sie setzt sich u.a. mit der Kriegsliteratur in der bosnisch-kroatisch-serbischen Literatur auseinander.

Anhand von Texten von Slavenka Drakulic, Dasa Drndic, Marija Ivanic, Alma Lazareveska und Dubravkan Ugresic werden einzelne Erinnerungsaspekte der postjugoslawischen Kriege besprochen und in einen theoretischen Rahmen gestellt. In vier Kapiteln werden sowohl der historische Hintergrund des Erinnerns an den Krieg, Facetten der Kriegsliteratur als auch »weibliche« Kriegserfahrungen und die Arbeiten von Autorinnen untersucht. Der hohe theoretische Gehalt dieser anspruchsvollen Arbeit, die als Dissertation an der Ludwig-Maximillians-Universität München eingereicht wurde, wird durch eine umfangreiche Bibliographie der Erzählertexte erweitert.

Katja Kobolt: Frauen schreiben Geschichte(n) – Krieg, Geschlecht und Erinnerungen im ehemaligen Jugoslawien. Drava-Verlag, Klagenfurt/Celovec 2009, 378 S., 27,80 Euro

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Erschienen in der Ausgabe vom 31.07.2009, Seite 15, Feminismus

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