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Vorwürfe gegen Wirtschaftsinstitut

Berlin. Zwischen dem Statistischen Bundesamt und dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) bahnt sich ein Rechtsstreit über Datenmißbrauch an. Wie das Handelsblatt (Montagausgabe) berichtet, wirft die Behörde den Berliner Ökonomen vor, amtliche Daten für nicht genehmigte Zwecke verwendet und damit möglicherweise das Steuergeheimnis verletzt zu haben. Stein des Anstoßes sind demnach Informationen aus der Einkommensteuerstatistik, die die Behörde Wirtschaftsforschern auf Anfrage für bestimmte wissenschaftliche Zwecke zur Verfügung stellt. Dabei handelt es sich um Details aus Steuererklärungen. Das Amt wirft dem DIW vor, diese Steuerdaten mit Ergebnissen einer großangelegten Umfrage, dem »Sozio-ökonomischen Panel«, verknüpft und die Ergebnisse in einem Fachaufsatz veröffentlicht zu haben. Das DIW weist die Vorwürfe zurück und spricht im Gegenzug von einem »beispiellosen Eingriff in die Freiheit der Wissenschaft«. (AP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 14.07.2009, Seite 5, Inland

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