Zum Inhalt der Seite

Tagesmütter aus dem Beruf gedrängt

Dortmund. So sieht der Ausbau der Kinderbetreuung West aus: Tagesmütter, die – aufgrund ihrer miserablen Einkommenssituation – sogenannte »Aufstockerinnen« sind, also Hartz IV beziehen, werden von den sogenannten ARGen teilweise unter Androhung von Sanktionen genötigt, ihren Beruf aufzugeben und Umschulungsangebote wahrzunehmen. Die Linksfraktion im Dortmunder Stadtrat hat am Donnerstag einen Antrag in die Ratssitzung eingebracht, mit dem diese Praxis beendet werden soll. Die Behandlung des Papiers im Sozialausschuß war bereits im Vorfeld abgelehnt worden. Ein Ergebnis der Ratssitzung war bei Redaktionsschluß noch nicht bekannt. Im Linke-Antrag heißt es: »Der Rat der Stadt Dortmund fordert die Geschäftsführung der ARGE Dortmund auf, Tagespflege­personal (Tagesmütter), die sich im ALG-II-Bezug befinden, nicht mehr zur Aufgabe ihrer gesellschaftlich sinnvollen Tätigkeit zu drängen. Eine Teilnahme an Qualifizierungsmaßnahmen (-ketten) ist nur auf ausdrücklichen Wunsch des/der Betroffenen sinnvoll.«(jW)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 15.05.2009, Seite 15, Feminismus

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!