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Fußball: Die und der Blues

London. Viele kennen die Finanzkrise nur aus der Zeitung, Michael Ballack hat bei seinem FC Chelsea sozusagen Hautkontakt. Von 17 auf 2,3 Milliarden Euro soll das Vermögen des Klubbesitzers Roman Abramowitsch in den letzten Monaten geschrumpft sein. So stand es in der russischen Zeitung Iswestja. Die Blues müssen sparen, sparen und nochmals sparen. »Es ist eine andere, eine schwierigere Zeit für Chelsea«, klagt Trainer Luiz Felipe Scolari, der schon öffentlich um Neuzugänge bettelt. »Wenn sich keiner mehr verletzt, dann werden sie wohl höchstens noch einen Neuen holen, denn ich brauche ja einen neuen Spieler. Nur einen. Einen Stürmer.«

Vor einem Jahr investierte die Premier League in die Januar-Transfers noch die Rekordsumme von umgerechnet 240 Millionen Euro (fünfmal so viel wie 2002). In diesen Tagen kauft Meister Manchester United den 21jährigen Serben Zoran Tosic und dann sagt Teammanager Sir Alex Ferguson: »Das war es mit unseren Neuzugängen in diesem Monat.«
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Neun der 20 Premier-League-Klubs sind im Besitz ausländischer Investoren. West Ham United muß von seinem isländischen Eigner so schnell wie möglich verscherbelt werden. Soweit ist Abramowitsch, der seit 2003 rund 500 Millionen Euro in seinen FC gesteckt haben soll, noch nicht. Aber »freigesetzt« wird bereits. Im November wurden 15 von 25 Talentspähern gefeuert, darunter der Ex-DFB-Nationalspieler Rainer Bonhof. »Mir wurde lediglich mitgeteilt, daß aus Kostengründen Länder wie Deutschland und Italien nicht mehr systematisch, sondern allenfalls punktuell beobachtet werden«, sagte Bonhof. Chefscout Frank Arnesen ergänzte: »Roman hat die finanzielle Bremse gezogen.« Von den 1,1 Milliarden Euro Schulden des FC Chelsea sind rund 870 Millionen Euro Kredite, die der Klub an Abramowitsch zurückzahlen muß. Das Ziel, 2010 ohne zusätzlichen Schulden auszukommen, ist seit einigen Wochen vom Tisch.

(sid/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 06.01.2009, Seite 16, Sport

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