Zum Inhalt der Seite

TV-Fußball: Stille

Baden-Baden. Früher hörte sich Live-Fußball im Fernsehen so an: »Cullmann« – (fünf Minuten Stille) – »Dietz zu Bonhof« (zwei Minuten Stille) – »Schön gemacht« – (1 Minute Stille) – »Hrubesch. Ah!«. Heute wird jede Spielsequenz hochemotional kaputt geschnattert. Der letzte Meister der TV-Fußball-Stille ist nun tot. Am Montag starb der frühere SWR-Reporter Rudi Michel im Alter von 87 Jahren in Baden-Baden. Er kommentierte von 1958 bis 1982 fünf WM-Endspiele. Am unwohlsten war ihm beim berühmten Wembley-Tor 1966 gegen die BRD: »Mache ich die Nation verrückt oder verweise ich auf die sportlich-faire Haltung unserer Mannschaft?« Schließlich vermied er jede Hetze gegen die Schiedsrichter. Spielte aber die Sowjetunion, war dieser »Grandseigneur des Sportjournalismus« (SWR-Intendant Peter Boudgoust) kaum zu bremsen und schäumte wie alle öffentlich-rechtlichen Berufsantikommunisten. (jW)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 31.12.2008, Seite 16, Sport

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!