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Hintergrund: Kreis-Grüne gegen Privatisierung

Neben der hessischen Landtagsfraktion Die Linke spricht sich auch die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Werra-Meißner-Kreis für den Verbleib der Krankenhäuser in Eschwege und Witzenhausen in kommunaler Trägerschaft aus. Allerdings vertritt man bei den Grünen die Position, daß »Dinge nicht so weiter laufen sollten wie in der Vergangenheit«: »Die Krankenhäuser müssen professionell gemanagt und nicht von Parteigenossen, für die man noch einen Posten brauchte, verwaltet werden«, heißt es in einer Pressemitteilung der Grünen-Fraktion im Kreistag – womit auf die hauptsächlich sozialdemokratisch besetzten Verwaltungsgremien und Geschäftsführungen der Kreis- und Stadtkrankenhäuser angespielt wird. Im vergangenen Jahr mußte die Gesundheitsholding Werra-Meißner GmbH mit fünf Millionen Euro gestützt werden, um eine akut drohende Insolvenz zu verhindern. Dies könne sich der Werra-Meißner-Kreis nicht dauerhaft erlauben, so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Jan Stielike der Grünen im Kreistag. Am Ende eines Jahres müßten die Krankenhäuser mit Null abschließen – immer noch ein Unterschied zum privaten Träger, der Gewinn erwarte, argumentiert er weiter.

Die Besitzverhältnisse der Krankenhäuser in Eschwege und Witzenhausen: Die Kreiskrankenhaus Eschwege GmbH und die Kreis- und Stadtkrankenhaus Witzenhausen GmbH sind jeweils zu 94 Prozent im Besitz der Gesundheitsholding Werra-Meißner GmbH. Diese gehört zu zwei Dritteln dem Werra-Meißner-Kreis und zu einem Drittel dem Zweckverband Kreis- und Stadtkrankenhaus Witzenhausen, an dem der Werra-Meißner-Kreis zu 60 und die Stadt Witzenhausen zu 40 Prozent beteiligt ist. (düp)
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Erschienen in der Ausgabe vom 03.11.2008, Seite 3, Schwerpunkt

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