Zum Inhalt der Seite

»Eisernes Kreuz« für Judenmörder

Bekanntlich möchten Verteidigungsministerium und Bundeswehr den Orden »Eisernes Kreuz«, bekannt aus zwei von den Deutschen begonnenen Weltkriegen, wiedereinführen. In der neuen Zeit berichtet der Historiker Dieter Pohl vom Münchner Institut für Zeitgeschichte von neu ausgewerteten Akten, die belegen, daß dieser Orden auch an Verantwortliche für Holocaust-Massaker verliehen wurde. Demnach erhielten das »Eiserne Kreuz« die SS-Offiziere Rudolf Lange (verantwortlich für den Mord an 60000 Juden) und Friedrich Jeckeln, der zahllose Mordaktionen in der Ukraine und im Baltikum organisierte, darunter das berüchtigte Massaker von Babi Jar bei Kiew. Auch Jürgen Stroop, der Vernichter des Warschauer Ghettos, wurde für seine Tat mit dem Tapferkeitsorden geehrt. Das zusammen mit der Wehrmacht nach dem Krieg abgeschaffte »Eiserne Kreuz« habe in den fünfziger Jahren nur deswegen wieder salonfähig werden können, weil diese Verbrechen nach 1945 verdrängt und vertuscht wurden. (ots/jW)
→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 05.06.2008, Seite 12, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!