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Berlin: Solidarität mit Blockierern

Etwa 70 Antifaschisten sollen zwischen 70 und 230 Euro bezahlen, weil sie am 1. Dezember vergangenen Jahres in Berlin-Neukölln einen Neonaziaufmarsch blockiert haben. Die etwa 600 Rechten wollten für ein »nationales Jugendzentrum« durch die Bezirke Treptow und Neukölln marschieren. Ein breites Bündnis hatte zu Protesten mobilisiert. Zu den Rednern auf der antifaschistischen Kundgebung im Neuköllner Stadtteil Rudow gehörten auch Gregor Gysi (Die Linke) und Walter Momper (SPD). Diejenigen, die den Aufruf zu zivilem Ungehorsam ernst genommen und die Neonazis für etwa eine Stunde gestoppt haben, sollen nun zur Kasse gebeten werden.

Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA), die Rote Hilfe und weitere Organisationen rufen zur Solidarität mit den Blockierern auf. Die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) lädt zum Soli-Konzert, um den Angeklagten bei der Begleichung von Prozeß- und Anwaltskosten zu helfen. Das Konzert findet am Freitag, dem 6. Juni im Kreuzberger Kato (U-Schlesisches Tor) statt. Für 6 Euro spielen ab 20 Uhr u.a. die Bands Tiefenrausch (Ska) und Aztekanayas (Latin Freestyle). Die Veranstaltung wird unter anderem von der VVN-BdA, dem antifaschistischen Bündnis Süd-Ost (ABSO) und der linksjugend [’solid] unterstützt.(jW)

6. Juni, 20 Uhr, Kato, U-Bahnhof Schlesisches Tor; Berlin-Kreuzberg: Solikonzert

Spenden gehen unter dem Stichwort: »Rudow« an: Berliner VVN-BdA e.V., POSTBANK, BLZ 10010010, Kto. 315904105
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Erschienen in der Ausgabe vom 21.05.2008, Seite 15, Antifaschismus

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