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Bolivien: Putschgefahr und Proteststimmen

Gut zwei Wochen vor dem Autonomiereferendum hatte der Oberkommandierende der bolivianischen Armee, General Freddy Mackay Peralta, Mitte April die Einheit der Streitkräfte bekräftigt. In einem Kommuniqué wies der Militär »Versuche oppositioneller Gruppen« zurück, für Unmut in der Armee des südamerikanischen Landes zu sorgen. Das berichtete die kubanische Nachrichtenagentur Prensa Latina unter Berufung auf die Erklärung Mackay Peraltas. Doch die jüngeren Meldungen aus La Paz sind widersprüchlich. Am Donnerstag berichtete der deutsch-mexikanische Soziologe Heinz Dieterich über Putschabsichten in den Streitkräften. Demnach traf sich der Armeechef am Dienstag, wenige Tage vor dem Autonomiereferendum im Departement Santa Cruz, mit führenden Politikern der rechten Opposition. Dabei sei die Möglichkeit eines Staatsstreiches gegen die sozialistische Regierung erörtert worden. Das Ziel sei gewesen, so Dieterich, das Kabinett Morales zu beseitigen. Gerechtfertigt werden sollte der Putsch mit der »Notwendigkeit, die Spaltung des Landes zu verhindern«. Dieterich, der in Mexiko lebt und über gute Kontakte zur Regierung in La Paz verfügt, beruft sich ohne weitere Quellenangaben auf ein Treffen zwischen Präsident Morales und der Armeeführung am Donnerstag. Dabei habe der Staatschef die Absichten der Opposition offengelegt und die Armeeführung zur Loyalität aufgefordert.

Indes haben sich die großen Gewerkschaften und sozialen Organisationen des südamerikanischen Landes gegen die Autonomiebestrebungen im Departement Santa Cruz ausgesprochen. Der Vorsitzende der Nationalen Union der Minenarbeiter, Isaac Meneses Guzmán, forderte die Lokalregierung in Santa Cruz auf, das Referendum am Sonntag abzusagen. Ähnlich äußerte sich die Lehrergewerkschaft und der Gewerkschaftsdachverband COB. Dessen Vorsitzender Sócimo Paniagua sagte, kein Arbeiter in Santa Cruz werde für die Autonomie votieren oder die Abstimmung unterstützen. Die oppositionelle Regierung unter Präfekt Rubén Costas forderte er auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. (hneu)
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Erschienen in der Ausgabe vom 03.05.2008, Seite 3, Schwerpunkt

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