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Leserbrief zum Artikel Faschismus: Der Dammbruch vom 08.02.2020:

Richtig Brecht

Die »Takte« des Genossen Felix Bartels über die Linkspartei in der Wochenendausgabe waren von auch in der jW so nur selten zu lesender hoher Qualität, dafür herzlichen Dank! Allerdings hätte er das freilich in derselben jW-Ausgabe auf Seite 14 immerhin richtig wiedergegebene Brecht-Wort vom noch fruchtbaren Schoß in Bezug meines Erachtens eben doch auf die bürgerliche Mitte als der eigentlichen Heimstätte des Faschismus in keinster Weise wie geschehen verändern sollen und schon gar nicht, ohne sowohl auf die Verwendung eines Brecht-Wortes als solches und vor allen Dingen auf die Veränderung desselbigen hinzuweisen! An Bertolt Brechts 123. Geburtstag (10. Februar) haben wir nicht (mehr) die Situation, dass zumal neuen jW-Lesern jedes Brecht-Wort und speziell seine Veränderung automatisch geläufig wäre, und eine wie auch immer geartete »Richtigstellung« der Worte Brechts durch Linke stellt anders als die Richtigstellung eines Wortes von z. B. Bismarck oder Churchill eine zurückzuweisende Anmaßung dar! Wenn Brecht, dann genannterweise Brecht, und wenn Brecht, dann nur richtig Brecht!
Ronald Brunkhorst, Kassel
Veröffentlicht in der jungen Welt am 12.02.2020.
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