Zum Inhalt der Seite

Ranariddh gibt Widerstand auf

Ehemaliger Premier Kambodschas gestand seine Niederlage ein

Von AP/jW

Der aus Kambodscha vertriebene ehemalige Erste Ministerpräsident Prinz Norodom Ranariddh ist bereit, seinen Aufruf zum bewaffneten Widerstand gegen seinen Widersacher Hun Sen zurückzuziehen und eine Übergangsregierung zu akzeptieren. Dies teilte ein Sprecher seiner Partei am Freitag in Bangkok mit. Tags zuvor hatten die loyal zu Ranariddh stehenden Truppen eine bittere Niederlage erlitten, als Kämpfer der als Verbündete betrachteten Roten Khmer überraschend die Seite wechselten und sie aus einer wichtigen Stadt vertrieben.

Lu Laysreng, ein Vorstandsmitglied aus Ranariddhs Partei FUNCINPEC, sagte, der Prinz habe einem Vorschlag zur Lösung der Krise zugestimmt, den Außenminister des Verbandes Südostasiatischer Länder (ASEAN) und sein Vater König Norodom Sihanouk gemacht hätten. Dazu müßten erst einmal die Kämpfe eingestellt werden, so Lu Laysreng. Ein Übergangskabinett aus Vertretern seiner Partei und der Hun Sens solle dann bis zu Wahlen die Regierungsgeschäfte übernehmen, Sihanouk werde Oberbefehlshaber der Armee. Beide Seiten müßten den Friedensvertrag von Paris als Grundlage akzeptieren, der 1993 zu Wahlen und der Bildung der Koalitionsregierung geführt hatte.

Anzeige

Die Außenminister von Thailand, Indonesien und den Philippinen reisen am heutigen Sonnabend nach Kambodscha, um mit Ministerpräsident Hun Sen über ihren Vorschlag zur Beilegung der Krise zu sprechen. Dessen Truppen sind denen von Ranariddh von der Zahl her und auch in der Bewaffnung weit überlegen. Sie haben inzwischen Fakten geschaffen und die Ranariddh-Truppen bis kurz vor die thailändische Grenze zurückgedrängt.

Die Roten Khmer, die für die Ermordung von Millionen Menschen während der Herrschaft Pol Pots verantwortlich sind und mit denen Ranariddh in den 80er Jahren verbündet war, haben zum größten Teil ihre Neutralität erklärt.

→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 19.07.1997, Seite 0, Ausland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!