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Gefährliches Kiffen

Der Deutsche Hanf Verband (DHV) erhebt Vorwürfe gegen die Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing (SPD), weil sie es unterlassen habe, Kiffer vor gestreckten Cannabisprodukten zu warnen. Im Gegensatz dazu gab die Stadtverwaltung Leipzig am Dienstag eine Warnmeldung, nachdem es zu mehreren schweren Blutvergiftungen und einer Einweisung auf die Intensivstation gekommen war – alle Fälle waren auf den Konsum von Cannabis zurückzuführen, das mit Blei gestreckt war.

Der DHV beobachtet schon seit Sommer 2006 eine dramatische Zunahme von Streckmitteln in Cannabisprodukten, insbesondere in Marihuana. Talkum, Zucker, Sand, Glas und Flüssigplastik sind nur einige der Streckstoffe, von denen der Verband berichtet. »Nach unseren Erkenntnissen ist mittlerweile ein Großteil des Cannabismarktes in Europa verseucht«, so Verbandssprecher Georg Wurth. In ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen hatte sich die Bundesregierung im Juni auf die Position zurückgezogen, daß Cannabis sowieso gefährlich sei. Warnungen vor Verunreinigungen, wie sie z.B. das englische Gesundheitsministerium herausgegeben hatte, seinen deshalb als schädliche Konsumentenberatung zu betrachten und würden den normalen Cannabiskonsum verharmlosen. (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 08.11.2007, Seite 13, Feuilleton

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