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20.01.2007
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Spanien immer bornierter
Klingt lustig, ist aber rassistisch: Nach Jahren des Wartens und der Behördengänge für ihre Einbürgerung in Spanien ist einer jungen Kolumbianerin ihr Vorname zum Verhängnis geworden: Die 33jährige Darling könne nun doch nicht die spanische Staatsbürgerschaft erhalten, weil ihr Vorname in Spanien nicht anerkannt sei, berichtet El Mundo (Freitagausgabe). Darling hatte bereits alle Hürden genommen und im Juni den Bescheid erhalten, daß ihrem Antrag stattgegeben worden sei. Doch als sie sich beim Bürgeramt eintragen lassen wollte, wurde ihr mitgeteilt, daß ihr Vorname in Spanien nicht anerkannt sei, obwohl er in Kolumbien nichts Besonderes ist. Laut Gesetz sind in Spanien Vornamen, die »dem Träger schaden« oder nicht eindeutig einem Geschlecht zuzuordnen sind, sowie »zu familiäre Abkürzungen« verboten. Die Kolumbianerin ist überzeugt, daß nichts davon auf Darling zutrifft, und hat Einspruch gegen die Entscheidung eingelegt.
(AFP/jW)
(AFP/jW)
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