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13.12.2006
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NS-Raubkunst
Der Repräsentant der Jewish Claims Conference in Deutschland, Georg Heuberger, ist am Montag mit Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) zu einem Gespräch über die Restitution von NS-Raubkunst zusammengekommen. Der Staatsminister habe dabei wiederholt, daß Deutschland seiner moralischen Verpflichtung zur Restitution, wie sie in der Washingtoner Erklärung 1998 fixiert worden sei, weiterhin »uneingeschränkt« nachkommen werde, verlautete aus dem Presseamt der Bundesregierung. Vor dem Treffen hatte sich Heuberger empört über die deutsche Debatte zum Umgang mit NS-Raubkunst geäußert. Anhand weniger spektakulärer Bilder sei eine Kampagne gestartet worden, die sich grundsätzlich gegen Restitutionsansprüche richte, sagte er im Deutschlandradio Kultur. »Das ist ein Punkt, der uns sehr enttäuscht hat.« Ende November hatte Neumann mit Museumsvertretern darüber beraten, wie künftig mit der Rückgabe von Kunstwerken an die Erben von Nazi-Opfern verfahren werden soll. Hintergrund war der Streit um das Bild »Berliner Straßenszene« von Ernst Ludwig Kirchner, das jüngst kurz nach der Restitution von der Erbin für fast 30 Millionen Euro versteigert worden war.
(ddp/jW)
(ddp/jW)
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