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Stromkonzern sahnt kräftig ab

Essen. Wie Marktführer E.on hat auch Deutschlands zweitgrößter Energiekonzern RWE in den ersten neun Monaten dieses Jahres Umsatz und Profit zweistellig gesteigert. Der Umsatz erhöhte sich im Zeitraum von

Januar bis September um 15,5 Prozent auf 34 Milliarden Euro. Der Nettogewinn verbesserte sich sogar um 23 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Ausschlaggebend dafür seien die hohen Energiepreise (!) und Absatzsteigerungen im Gasgeschäft gewesen, sagte Finanzvorstand Klaus Sturany am Donnerstag bei der Vorstellung der Zwischenbilanz.

Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern angeblich eine Abschwächung der Wachstumsraten. Verantwortlich dafür sei der wegen technischer Probleme erzwungene Stillstand der Atomkraftwerke Biblis A und B. Die Sanierungsarbeiten dort würden voraussichtlich bis ins Jahr 2007 andauern, sagte Sturany. Außerdem orakelte der Konzernsprecher über erwartete Einnahmeausfälle durch die Regulierung der Strom- und Gasnetze in Deutschland. Bis zu 750 Millionen Euro jährlich würde das den Energiekoloß kosten.


Das Essener Unternehmen, das einstmals den Kommunen und Landschaftsverbänden gehörte, sieht sich trotz diverser Spekulationen über einen Einstieg von Gasprom nicht als Übernahmekandidat. RWE sei mit einem Wert von 70 Milliarden Euro zuzüglich Prämien ein zu großer Brocken, um ihn einfach zu schlucken, meinte Sturany.

(AP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 10.11.2006, Seite 9, Kapital & Arbeit

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