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Dämmerndes Bayreuth

Tankred Dorst bekam es überdeutlich zu hören: Seine Neuinszenierung von Richard Wagners »Ring des Nibelungen« wurde am Montag abend vom Bayreuther Festspielpublikum mit heftigen Buh-Stürmen kommentiert. Der 80jährige Dramatiker und sein Team hatten sich nach der »Götterdämmerung« zum ersten Mal vor dem Vorhang gezeigt. Dorst hatte es gewagt, die »Götterdämmerung« in die Gegenwart zu verfrachten: Gunther und Gutrune residieren in einem Nobelhotel am Rhein, schwenken die Sektgläser und sind von einer blasierten Dauer-Party-Gesellschaft umgeben. Nebenbei huldigen die gelangweilten Gäste den alten Göttern, die wie die Skulpturen einer Kathedral-Fassade aus der Ferne grüßen. Bayreuth mag es nicht wenn es korrekt beschrieben wird.

(ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 02.08.2006, Seite 13, Feuilleton

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