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Fussball. Alle gegen zwei

Neuss/Mailand. Franz Beckenbauer hat für seine deftige Kritik an Bundestrainer Jürgen Klinsmann Zustimmung von allen Seiten erhalten – fast. Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender der Münchner Bayern, sagte: »Grundsätzlich hat Franz in allen Punkten Recht.« Und zur Wohnortdebatte: »Klinsmann würde kein Zacken aus der Krone fallen, wenn er die letzten zwei, drei Monate vor der WM nach Deutschland ziehen würde.« Günter Netzer, TV-Rechte-Händler, sah es ähnlich: »Was er sich da geleistet hat, ist unerklärlich und unentschuldbar.« Und Klaus Toppmöller, derzeit Nationaltrainer in Georgien, brachte sich als Nachfolger ins Spiel: »Am Mittwoch ist das Länderspiel gegen Italien ein bißchen in die Hose gegangen. Und am Wochenende war das Top-Spiel Bayern gegen Hamburg. Dann hätte ich auch vier, fünf Tage verlängern können hier in Deutschland, um beim FIFA-Workshop zu sein.« Nur einer nahm den Sonnenbader in Schutz, Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble: »Ich halte nichts davon, mitten im Strom die Pferde zu wechseln. Jürgen Klinsmann hat mein Vertrauen.« Das wiederum brachte Herrn Wiefelspütz von der SPD und Herrn Parr von der FDP gegen Klinsmann auf – keine Details.

Der Bundestrainer selbst hat sich inzwischen auch geäußert: »Wenn sich die Gemüter beruhigt haben, können wir das gerne bei einem Kaffee besprechen«, sagte er. Und: »Ich denke nicht, daß ich einen Plan abliefern muß, wann ich wo bin.« Wenn das mal nicht der Sportausschuß des Bundestages fordert! (sid/jW)


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Erschienen in der Ausgabe vom 08.03.2006, Seite 16, Sport

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