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Olympia: Winterspieleticker

»Sunday you need love, love, monday be alone, lone« (Trio): Sonntag abend hat das deutsche Soldaten-Duo Andre Lange/Kevin Kuske die Goldmedaille im Zweierbob gewonnen. Hinter ihnen landeten mit 0,21 Sekunden Rückstand die Kanadier Pierre Lueders/Lascelles Brown sowie auf Platz drei Martin Annen und Beat Hefti aus der Schweiz, die 0,35 Sekunden »langsamer« waren.

Am gleichen Tag holte Anni Friesinger ihre zweite Eisschnellauf-Medaille. Drei Tage nach Gold in der Teamverfolgung gewann sie Bronze über 1 000 m. 0,02 Sekunden schneller war Cindy Klassen aus Kanada, am schnellsten die Niederländerin Marianne Timmer.

Benjamin Raich, der Doppelweltmeister von Bormio, gewann den alpinen Riesenslalom in Sestriere Colle nach zwei Durchgängen mit einem Vorsprung von sieben Hundertstelsekunden vor dem Franzosen Joel Chenal. Für Österreich wie für Raich war es die erste alpine Goldmedaille bei den Männern in Turin. Bronze holte sich Raichs Landsmann Hermann Maier, der bereits im Super-G Silber gewonnen hatte. Im Super-G der Damen holte die Österreicherin Michaela Dorfmeister ihre zweite Goldmedaille. Sie hatte im Ziel 27 Hundertstelsekunden Vorsprung vor Kombinationsolympiasiegerin Janica Kostelic aus Kroatien. Bronze ging an Dorfmeisters Teamkameradin Alexander Meissnitzer.
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Besten Filmstoff lieferte Walter »Blutbeutel« Mayer. Der als »Privatmann« in Turin weilende österreichische Biathloncoach hat sich eine spektakuläre Verfolgungsjagd geliefert, als er sich in Kärnten einer Polizeikontrolle entziehen wollte. Dabei war ein Ordnungshüter von ihm zur Seite gestoßen worden. Mit seinem Auto krachte Mayer anschließend in eine Polizeisperre. Der 48jährige verweigerte eine Alkoholkontrolle und gilt damit laut Polizeivorschriften als Autofahrer mit mindestens 1,6 Promille Alkohol im Blut. Derweil sind die beiden österreichischen Biathleten Wolfgang Perner und Wolfgang Rottmann weiter auf der Flucht. Nachdem im österreichischen Lager über 100 Spritzen, 30 Schachteln mit Medikamenten, diverse Apparate für Bluttests und Transfusionen beschlagnahmt wurden, hatten die beiden noch in der Nacht zu Sonntag ihre Quartiere aus Angst vor einer Verhaftung durch die italienische Polizei verlassen. Das österreichische NOK hat die Sportler mittlerweile aus dem Team ausgeschloßen.

Vermutlich aus Frust über den Abbruch des bis dahin von ihm angeführten Super-G-Durchlaufs hat der Franzose Pierre-Emmanuel Dalcin bei der Zieleinfahrt seinen Stinkefinger gen Publikum und Fernsehkameras gereckt, weswegen er nun umgerechnet etwa 3500 Euro Geldstrafe zahlen muß. Lieber zehn Stinkefinger als ein römischer Gruß. (sid/jW)

junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 21.02.2006, Seite 16, Sport

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