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Winterspieleticker

Der einzige Doppelsieger der olympischen Eiskunstlauf-Wettbewerbe im Palavela heißt Edvin Marton. Der ungarische Komponist und Geiger arrangierte sowohl für die russischen Paarlauf-Olympiasieger Tatjana Totmianina und Maxim Marinin als auch für deren Landsmann Jewgeni Pluschenko, Goldmedaillengewinner in der Herren-Konkurrenz, die Kürmusik. Beim olympischen Schaulaufen am 24. Februar will Marton seine Schützlinge live auf einer Stradivari begleiten.

Tobias Angerer hat die erste olympische Medaille eines deutschen Skilangläufers in einem Distanzrennen seit 1976 gewonnen. Der 28jährige aus Vachendorf belegte über 15 km im klassischen Stil den dritten Platz. Im Ziel hatte Angerer 19,9 Sekunden Rückstand auf den siegreichen Esten Andrus Veerpalu, der damit seinen Triumph von Salt Lake City wiederholte. Für Estland war es bereits das dritte Langlauf-Gold in Turin nach den beiden Erfolgen von Landsfrau Kristina Smigun. Silber vor Angerer holte sich der Tscheche Lukas Bauer.

Der Turiner Staatsanwalt Raffaele Guariniello hat Ermittlungen gegen die Russin Olga Pylewa aufgenommen, nachdem die Silbermedaillengewinnerin im Biathlon über 15 km positiv getestet worden war. Er will nun klären, ob sie gegen Italiens Antidopinggesetz verstoßen hat. Im Urin ihrer A-Probe vom vergangenen Montag war das in Rußland entwickelte Kosmonauten-Stimulans Carphedon nachgewiesen worden. Die Olympiasiegerin von 2002 wurde bereits für zwei Jahre gesperrt. Derweil hat das IOC die Medaillen umverteilt: Silber ging an die vormals Dritte Martina Glagow, Bronze erhielt die viertplatzierte Russin Albina Achatowa.

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Der Hymnenstreit im Olympia-Gastgeberland Italien geht in die nächste Runde. Nach der offenbarten Unkenntnis des Südtiroler Rodlers und Bronzemedaillengewinners Gerhard Plankensteiner gegenüber der Nationalhymne (»Ich kenne dieses Lied nicht«), mußte er im Olympiastudio von RAI 2 die erste Strophe anstimmen. Der Auftritt empörte Südtiroler Politiker. »Erniedrigend und demütigend«, meinte der Südtiroler Landeshauptmann Luis Durnwalder verärgert, »eine Beleidigung für jeden Südtiroler.« Der 34jährige Plankensteiner bedauerte, daß seine Hymnenignoranz so viel Wirbel verursacht habe. Er erklärte, daß er nach dem Rennen müde gewesen sei und die Frage des Journalisten nicht richtig verstanden habe. Natürlich kenne er die italienische Hymne, er liebe Italien und widme die Medaille allen Italienern.


(sid/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 18.02.2006, Seite 16, Sport

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