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Regelungsbedarf

Heute vor 20 Jahren erschien in der Wochenzeitung Die Zeit ein Interview mit Erich Honecker. Geführt hatten es im DDR-Staatsratsgebäude eine Korrespondentin des Hamburger Blattes, Marlies Menge, und dessen damaliger Chefredakteur Theo Sommer. Auf eine offene deutsche Frage angesprochen, meinte der Staats- und Parteichef betont lässig: »Alle entscheidenden Dinge sind doch geregelt.« Es sei »ein Glück für die Menschheit, daß es zwei deutsche Staaten gibt«. Sie ließen natürlich nicht locker, die beiden Zeit-Geister: Ob er sich nicht doch vorstellen könne, daß sie einmal falle, die Mauer, deren Funktion als »wesentliches Element der Stabilität in Europa« er gerade erst unterstrichen hatte? Honecker: »Die Mauern und Sperranlagen werden nur so lange bestehen bleiben, wie die Bedingungen existieren, die sie notwendig gemacht haben.« Es kam dann erstens anders und zweitens als man dachte.

(ddp/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 31.01.2006, Seite 12, Feuilleton

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