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29.10.2026, 18:01:41
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Maduros Richter in USA verstorben
New York. Der Bundesrichter Alvin K. Hellerstein, der den Prozess gegen den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und seine Frau Cilia Flores in den USA leitete, ist am Mittwoch im Alter von 92 Jahren verstorben, wie die Zeitung Politico berichtete.
Maduro und Flores waren am 3. Januar von US-Soldaten unter Missachtung internationalen Rechts aus Caracas gewaltsam entführt und in ein Haftzentrum im New Yorker Stadtteil Brooklyn verbracht worden, wo sie nun auf ihren Prozess warten.
Vor dem Schauprozess gegen Maduro war Hellerstein unter anderem mit Schadensersatzklagen im Zusammenhang mit den Anschlägen vom 11. September auf das World Trade Center in New York, dem Prozess wegen sexualisierter Gewalt gegen den Filmproduzenten Harvey Weinstein sowie mit einem Fall um Donald Trumps ehemaligen Anwalt Michael Cohen betraut gewesen.
Zudem führte Hellerstein den Vorsitz im Prozess gegen den ehemaligen venezolanischen General Hugo Armando »El Pollo« Carvajal, dem von den USA Drogenhandel vorgeworfen wurde. Angebliche Erkenntnisse aus Aussagen dieses früheren Chefs der Geheimdienste Venezuelas – der sich dazu entschlossen hat, mit den US-Behörden zu kooperieren – sollen im Prozess gegen Maduro und Flores eine wichtige Rolle spielen.
Der 1933 in New York geborene Hellerstein blickte auf eine lange Laufbahn zurück. Er war 1998 vom demokratischen Präsidenten Bill Clinton ernannt worden und war fast 30 Jahre lang am Bundesbezirksgericht für den südlichen Bezirk von New York (Southern District of New York) tätig. Er zählte zu den dienstältesten Richtern des Gerichts. Seine Amtszeit wurde lediglich von Richter I. Leo Glasser übertroffen, der heute 101 Jahre alt ist.
Zu den Höhepunkten von Hellersteins Laufbahn dürfte ein Fall gehören, in dem der CIA vorgeworfen wurde, Beweise für die Folterung von Gefangenen in US-Gewahrsam im Irak vernichtet zu haben. Hellerstein legte sich mit der Bundesregierung an und ordnete die Freigabe der Fotografien an, die die Misshandlungen belegten. Der Fall des widerrechtlich entführten Maduro und seiner Frau, der nun per Zufallsprinzip an die Richterin Analisa Torres übertragen wurde, dürfte dagegen als ein juristischer Tiefpunkt gewertet werden. (jW)
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