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Antimonopolisten des Tages: Erdölmonopole

Von Daniel Bratanovic
Foto: greatif/IMAGO

Der Stillstand der Republik erklärt sich über den Spritpreis. Ist er zu hoch, hemmt er die gesellschaftliche Bewegung, macht die Wirtschaft träge und den Bürger wütend. Die Autofahrer sind eine virtuelle Massenpartei, mit der es sich Politik besser nicht verscherzt; was sie, also die Politik, nun bewegt, etwas dagegen zu tun, wenigstens zu simulieren. So handelt denn die Regierung und spendiert dem Volk einen Tankrabatt. Finanziert aus dem Staatshaushalt, fasst der die Mineralölkonzerne nicht im geringsten an, deren extrem erfolgreiche Profitmacherei mithin uneingeschränkt weitergehen darf.

Doch Vorsicht, Ihr alten Monopolisten! Lange schon steht der Verdacht im Raum, dass Ihr Euch in Eurer marktbeherrschenden Stellung zur Preisabsprache verabredet habt. Fest steht jedenfalls, dass Ihr stets nach Beginn eines imperialistischen Krieges in oder durch ölreiche Nationen auffällig synchron mit saftigen Preiserhöhungen an den Tankstellen reagiert habt. Das Kartellamt ermittelt, war aber bisher so freundlich, Euch keine Verstöße gegen Wettbewerbsrecht nachweisen zu wollen. Gute Leute!

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Jetzt aber könnte es brenzlig werden, Gewinne drohen dahinzuschmelzen wie das Eis der Arktis im Wandel des Klimas. Denn auch ein Spritpreisdeckel steht ernsthaft zur Diskussion. Ach so, der soll bloß freiwillig sein? Wird schon funktionieren. So, wie Hunde ein Sättigungsgefühl haben, verzichten die Ölgewaltigen gerne auf eine Extraportion Profit.

Oder doch nicht? Wie das Magazin Politico jetzt mitteilt, verweigert die Mineralölbranche per Brief an das Wirtschaftsministerium die Mitarbeit. Begründung: Eine gemeinsame Abstimmung zwischen Verbänden und im Wettbewerb stehenden Unternehmen über einen freiwilligen Deckel könne als »unzulässige Preisabsprache« gewertet werden. Sehr richtig, in diesem Fall würden die duften Typen vom Kartellamt ganz sicher ein wettbewerbsrechtliches Vergehen schwerster Art ermittelt haben.

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Erschienen in der Ausgabe vom 31.10.2026, Seite 3, Ansichten

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