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Kriegswirtschaft

KNDS wird reiner Staatskonzern

Krieg und Gier: Deutsche Rüstungsmilliardäre erpressen Bundesregierung

Foto: Fabian Bimmer/REUTERS
Arbeit für den Krieg im KNDS-Werk in Kassel, Juli 2026

Sie kriegen den Hals nicht voll, die Herren Rüstungsindustriellen von Braunbehrens, Bode und Sethe. Die Erben der Firma Krauss-Maffei Wegmann (KMW) haben ihre Milliardenvermögen in jüngerer Zeit vervielfacht. Nun wollen sie verkaufen. An den deutschen Staat. Aber nicht unter Mondpreis.

2015 fusionierte KMW mit dem französischen Staatskonzern Nexter. So entstand die Rüstungsschmiede KNDS. Sie produziert Haubitzen, Raketensysteme, aber vor allem Panzer: »Leopard 2«, »Leclerc«, »Puma«, »Boxer«. Den drei deutschen Industriellenfamilien gehört die eine Hälfte des Konzerns. Die andere ist in französischem Staatsbesitz.

Ursprünglich wollte der deutsche Staat den KMW-Erben vier Fünftel ihrer Anteile abkaufen. Das übrige Fünftel sollte an die Börse gebracht werden. Um keine französische Vormachtstellung entstehen zu lassen, sollte auch Frankreich ein Fünftel seiner Anteile an die Börse bringen.

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Wie das Handelsblatt am Donnerstag mitteilte, fällt der Börsengang nun aus. Die drei Familien hätten damit mehr als 15 Milliarden Euro erzielen wollen. Realistisch sei »derzeit allenfalls die Hälfte« – der Drohnenkrieg in der Ukraine habe »Zweifel an der Zukunftsfähigkeit von schweren Waffensystemen wie Kampfpanzern geweckt«. Das Kerngeschäft der Rüstungserben scheint nicht mehr zeitgemäß.

Was machen die Familien von Braunbehrens, Bode und Sethe, da sie nun recht enttäuscht mit dem Rücken zur Wand stehen? Sie erpressen den größten Kunden von KNDS: die kriegsgeile Bundesregierung. Die ist schließlich bei der Umsetzung ihrer herrlichen Rüstungspläne auf unangenehme Weise von dem Konzern abhängig.

Der Ankauf von Anteilen in der Höhe der französischen soll ihr den Einfluss auf Unternehmensentscheidungen sichern. Und die bevorzugte Belieferung. Es soll ja schnell gehen mit der Kriegstüchtigkeit – »whatever it takes« (Kanzler Merz). Kaum auszudenken, dass die Familien ihre Anteile in dieser Situation fremden Mächten vermachen.

Bundeswirtschaftsministerin Reiche hat ein Angebot auf den Tisch gelegt. Es dürfte großzügig sein. Wie das Ministerium dem Handelsblatt mitteilte, »liegt die Entscheidung bei den Anteilseignern«. (xre)

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Erschienen in der Ausgabe vom 16.10.2026, Seite 5, Inland

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