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Nachschlag: Hakenkreuz und Sternenbanner

→ Nazi Town, USA. Youtube

Foto: Circa Images/glasshouseimages/imago
Auch die USA waren in den 20er und 30er Jahren ein fruchtbarer Boden für den Faschismus

Leben wir heute den Tag, von dem Fritz Kuhn träumte? Diese Frage bleibt nach »Nazi Town, USA«, einer PBS-Dokumentation über den »German American Bund« offen. Kuhn führte die Organisation in den 1930er Jahren, und sie hatte Ortsgruppen im ganzen Land. Ihre Mitglieder hielten Kundgebungen mit dem Ku-Klux-Klan ab und schickten Kinder in Sommerlager, wo sich Lagerfeuerromantik mit Rassenlehre mischte. Im Februar 1939 füllten über 20.000 Menschen den Madison Square Garden zu einer »Pro-­American Rally«. Bilder von George Washington hingen neben Hakenkreuzen, denn die Veranstalter hielten den deutschen Faschismus für vereinbar mit US-amerikanischen Idealen. Weiße Vorherrschaft und Antisemitismus gab es im Patriotenkostüm. Dann fällt ein bekannter Slogan: »Make America great«. Heute ergänzt durch: »again«. Wer über Trumps Anhängerschaft staunt, sollte bedenken, dass der Unternehmer sie nicht erschaffen hat. Sie war schon da. Wer diese deutsch-amerikanische Geschichte nicht kennt, sollte den Film sehen. (ir)

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Erschienen in der Ausgabe vom 30.09.2026, Seite 14, Feuilleton

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