Ins Gehirn des Menschengeschaut
Wissenschaftler haben eine detaillierte Karte der Genaktivität im präfrontalen Kortex – dem vorderen Teil der äußeren Hirnrinde, der sich hinter der Stirn befindet – erstellt und damit Einblicke in dessen normale Entwicklung sowie in schwere Hirnerkrankungen wie Alzheimer gewonnen. Die Forscher untersuchten für die am 23. September in Nature veröffentlichte Studie die Veränderungen einzelner Arten von Gehirnzellen im Zeitverlauf und machten Fortschritte bei der Entschlüsselung molekularer Prozesse, die einigen der Hirnerkrankungen zugrunde liegen. In den Zellkernen von mehr als 6,3 Millionen Gehirnzellen von 1.494 verstorbenen Spendern wurde die Genaktivität untersucht. Alzheimer, die Lewy-Körper-Demenz, vaskuläre Demenz und Parkinson wiesen besonders starke Ähnlichkeiten bei der Genaktivität auf, die an der Entwicklung von Nervenzellen, der neuronalen Kommunikation und der Biologie der Blutgefäße beteiligt ist. Die Forscher identifizierten zudem gemeinsame Signalwege bei Alzheimer und Parkinson in den Mikroglia, den im Gehirn ansässigen Immunzellen. So konnten sie das vererbte genetische Risiko für Erkrankungen mit bestimmten Genen und Zelltypen in Verbindung bringen und insgesamt genetische Einflüsse auf die Aktivität von mehr als 14.000 Genen kartieren. (Reuters/jW)
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