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18.09.2026, 18:39:16
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Spannungen vor Jemens Küste steigen
Rom. Nach dem Vormarsch der Ansarollah in Jemen hat Italien die Durchfahrt eines Handelsschiffes der Meerenge Bab Al-Mandab mit einer Militärfregatte abgesichert. Die »Jolly Oro« einer italienischen Reederei wurde bei ihrer Fahrt Richtung Norden von der Fregatte »Carlo Bergamini« begleitet, die dort im Rahmen der EU-Marinemission »Eunavfor Aspides« im Einsatz ist. Nach Angaben der italienischen Marine in Rom verlief alles ohne Zwischenfälle.
Die Meerenge Bab Al-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden. Durch diesen Wasserweg führt die wichtigste Schifffahrtsroute zwischen Europa und Asien. Die mit dem Iran verbündeten Ansarollah hatten in einer überraschenden Offensive vergangene Woche die gesamte Westküste des Jemen unter ihre Kontrolle gebracht und strategisch gelegene Inseln erobert. Sie hat damit potentiell uneingeschränkten Zugriff auf die Meerenge – ein erhebliches Problem für Saudi-Arabien und den internationalen Schiffsverkehr. Bereits im Juli hatten die Ansarollah eine Seeblockade gegen den US-Verbündeten angekündigt. Sie attackieren saudiarabische Tanker und Ziele in dem Königreich, das den Vereinigten Staaten Territorium für den Krieg gegen Iran bietet.
Die Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hatte erst am Donnerstag abend angekündigt, die Durchfahrt italienischer Schiffe mit Hilfe der Marine zu gewährleisten. Das Land wollte nicht auf eine gemeinsame Entscheidung der EU warten. Verteidigungsminister Guido Crosetto sagte: »Wir verfügen über die Fähigkeiten, die Durchfahrt zu schützen. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Bürokratie Entscheidungen verzögert und eine ohnehin schon komplexe Situation verschärft wird.«
Am Freitag teilte die EU dann mit, dass die Alarmbereitschaft der EU-Marinemission erhöht worden sei. »Europa hilft, die Schifffahrt im Roten Meer vor Huthi-Angriffen zu schützen«, schrieb die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas am Freitag im Onlinedienst X nach einem Gespräch mit dem saudiarabischen Außenminister Faisal bin Farhan. Kallas verurteilte zudem Angriffe der sogenannten Huthis auf Saudi-Arabien: Diese seien »inakzeptabel« und würden »die Weltwirtschaft sabotieren«.
Die EU hatte die Marinemission im Februar 2024 beschlossen. Bereits damals hatten die Ansarollah Schiffe im Roten Meer, um Israels Genozid in Gaza ein Ende zu setzen. Seit Jahren regieren sie in weiten Teilen des Jemen, darunter in der Hauptstadt Sanaa. Eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition unterstützt seit 2015 die international gestützte Regierung in Aden und stürzte das Land in einen verheerenden Krieg. (dpa/AFP/jW)
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