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Energiewende

Solarboom in Sri Lanka

Photovoltaik in und um Colombo: Ausbau schreitet voran, Batterien sind gefragt

Foto: Matrix Images/IMAGO

Der Blick von dem Dachrestaurant des kleinen Hotels über die Nachbarschaft im östlichen Stadtzentrum von Colombo reicht weit. Doch nicht nur der Lotus Tower als Landmarke ist in einiger Distanz zu sehen. Sondern auch die Solarmodule auf den Dächern mehrerer Nachbarhäuser. Noch vor wenigen Jahren wäre das ein ungewohntes Bild gewesen. Doch auch in Sri Lanka läuft die Energiewende auf Hochtouren. Längst hat sich ein wachsender neuer Wirtschaftszweig mit zukunftsweisenden Jobperspektiven entwickelt. Darunter nur zwei Straßenecken weiter, mit gut sichtbarer Werbung an der Fassade, eine kleine Firma, die sich auf solche Installationen spezialisiert hat.

Die Folgen des menschengemachten Klimawandels sind unverkennbar, seien es Landverluste an der Küste durch den steigenden Meeresspiegel oder zunehmend starke Zyklone wie gerade im Vorjahr »Ditwah«. Der fegte im November und Dezember 2025 mit enormen Regenfällen über das Land hinweg. Die weiträumigen Überflutungen richteten Milliardenschäden an. Nach wie vor sind mehrere Eisenbahnverbindungen unterbrochen und Straßen teils nur notdürftig repariert.

Einen Anteil von 70 Prozent an Sri Lankas Energieerzeugung sollen die erneuerbaren Energieträger, vorneweg Windkraft und Solarstrom, bereits im Jahr 2030 haben. So lautet zumindest das von der Politik in Colombo gesetzte Ziel. Das bedeutet: Installation von Kapazitäten zwischen 6.000 und 16.000 Megawatt. Konkret geplant sind der Zubau von rund 2.000 Megawatt Solarstromkapazität und gut 1.200 Megawatt bei Windkraftkapazität. Mindestens 1.200 Megawatt Speicherkapazität, um die fehlende zeitliche Spanne zwischen Stromerzeugung und Verbrauch abzufedern, gehören ebenfalls zum Plan.

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Mit derzeit 3.000 Megawatt Leistung aus Solarquellen, zitierte der Daily Mirror bei dieser Gelegenheit Energieminister Anura Karunathilake, könne theoretisch der aktuelle Tagesbedarf von 2.800 Megawatt von morgens bis abends gut abgefangen werden. Allerdings würden über Nacht, wenn die Sonne nicht scheint, 3.100 Megawatt benötigt. Bis zum Frühjahr wird der Energiebedarf zudem absehbar weiter ansteigen. Bislang habe Sri Lanka noch zuwenig Speichermöglichkeiten, so der Minister. Dies ändere sich nun.

Doch es bleibt nicht die einzige Herausforderung beim Umbau der Stromversorgung. Erst wenige Tage zuvor hatte ein anonymer ehemaliger Chefmanager des nationalen Stromversorgers Ceylon Electricity Board (CEB) gegenüber der Zeitung The Island gewarnt, dass die Leitungsnetze vielfach nicht auf die Mehrbeanspruchung ausgelegt seien, die eine punktuell verstärkte Solarstromeinspeisung zur Folge hätte. Solche und andere Investitionen sollen mit einem Paket über Kredite und Zuschüsse abgesichert werden, zu dem die Asiatische Entwicklungsbank 35 Millionen US-Dollar, die EU 16,9 Millionen und US-Partner 5,5 Millionen beitragen, wie im Juli bekannt wurde.

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Erschienen in der Ausgabe vom 25.09.2026, Seite 8, Kapital & Arbeit

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