Mehr Aborigines als gedacht
Sydney. Die Menge der Indigenen in Australien war vor der europäischen Kolonisierung offenbar deutlich größer als bislang angenommen. Einer neuen Studie zufolge lebten 1788 im heutigen Australien rund 2,22 Millionen Aborigines und Torres-Strait-Insulaner (indigene Bewohner der Inseln vor der Nordküste). Frühere Schätzungen gingen lediglich von 250.000 bis zu einer Million Menschen vor der Ankunft der Europäer aus. Die Studie eines Forschungsteams australischer Universitäten wurde im Fachjournal Nature Human Behaviour (15.9.2026) veröffentlicht. Die Wissenschaftler werteten ethnographische Beobachtungen sowie archäologische und genetische Rekonstruktionen aus. Nach dem neuen Modell war die indigene Bevölkerung bis 1861 auf rund 155.000 Menschen geschrumpft – nur noch etwa sieben Prozent der für 1788 geschätzten Zahl. Gründe für den dramatischen Rückgang waren vor allem Krankheiten sowie durch die europäischen Siedler verübte Massaker an den und Vertreibungen der Aborigines. Seit den 1950er Jahren wächst die indigene Bevölkerung langsam wieder. Einem Zensus zufolge lag sie 2021 bei etwa 813.000 Aborigines und Torres-Strait-Insulanern. (dpa/jW)
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