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Festivalfilm

Andere Regeln

Regisseur Wim Wenders (81) hat seine Äußerungen bei der Berlinale verteidigt und Vorwürfe einer unpolitischen Haltung zurückgewiesen. Bei den Filmfestspielen von Venedig sagte der Filmemacher am Wochenende, er sei damals falsch zitiert worden. »Ich könnte das Gleiche wiederholen, was ich damals gesagt habe. Ich könnte mich noch deutlicher ausdrücken. Was ich damals gesagt habe, ist: Wir Filmemacher sind das Gegenteil von Politikern. Wir haben Empathie. Politik funktioniert ohne Empathie, und das ist alles, was ich gesagt habe. Wir verfolgen einen ganz anderen Ansatz. (…) Wir arbeiten nach anderen Regeln. Ich sage das noch einmal, und ich hoffe, Sie zitieren mich nicht falsch und behaupten, wir müssten uns aus der Politik heraushalten, denn wir tun genau das Gegenteil. Wir sind das Gegenmittel.«

Bei der Berlinale hatte Wenders mit einer Aussage auf der Jurypressekonferenz einen größeren Eklat ausgelöst. Er antwortete damals auf eine Frage zum Gazakrieg: »Wir können uns nicht wirklich auf das Feld der Politik begeben. Wir müssen uns aus der Politik heraushalten, denn wenn wir Filme drehen würden, die ausschließlich politisch ausgerichtet sind, würden wir uns auf das Feld der Politik begeben – aber wir sind das Gegengewicht zur Politik. Wir sind das Gegenteil von Politik. Wir müssen die Arbeit der Menschen leisten und nicht die Arbeit der Politiker.« Diese Aussage führte zu einer erneuten Debatte über den Gazakrieg und die politische Haltung von Filmemachern. Das erstreckte sich über die gesamte Berlinale und endete in einem offenen Brief, Boykottaufrufen, Protesten und Stellungnahmen. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 08.09.2026, Seite 10, Feuilleton

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