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26.08.2026, 19:08:03
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Landesweite Fahndung nach Massenentführung
Lagos. Nach einem blutigen Angriff und einer Massenentführung in Nigeria haben die Behörden des westafrikanischen Landes nach Angaben des Präsidialamts eine Großfahndung eingeleitet. Eine Gruppe schwer bewaffneter Männer hatte am Freitag während der Gebetszeit eine Moschee im nordwestlichen Bundesstaat Niger überfallen. Zwei Tage später veröffentlichten die mutmaßlichen Täter in den sozialen Netzwerken ein Video, das Dutzende Entführungsopfer – Frauen, Kinder, Babys und ältere Menschen – in Gefangenschaft in einem Waldgebiet zeigen soll.
Lokale Medien sprachen von bis zu 600 Entführten sowie zahlreichen Toten. Das Präsidialamt gab keine genauen Opferzahlen bekannt. Auf Anweisung von Staatschef Bola Tinubu haben Militär, Polizei sowie Nachrichtendienste eine koordinierte Rettungsaktion eingeleitet, wie das Präsidialamt am Dienstag mitteilte. »Terror wird Nigeria nicht einschüchtern. Wir werden unser Volk verteidigen, unsere Gemeinden schützen und die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens wahren«, sagte der Präsident.
Reuters erklärte, die Zahl der Opfer nicht unabhängig überprüfen zu können, doch sollte sie sich bestätigen, würde dieser Vorfall zu den größten Massenentführungen der vergangenen Jahre in Nigeria zählen, hieß es dort. Der Vorfall verdeutlicht die Unfähigkeit Nigerias, weite Teile des Landes zu schützen, in denen eine Vielzahl bewaffneter Gruppen operiert. Kabir Adamu, ein in Abuja ansässiger Sicherheitsexperte, sagte gegenüber der Agentur, es sei nicht möglich zu sagen, wer dafür verantwortlich sei, aber er gehe davon aus, dass die Bewaffneten, die das Video veröffentlicht hätten, sich bald melden würden, um Lösegeld zu fordern. Der Vorfall, der sich am helllichten Tag ereignete, zeige, wie ineffektiv die Sicherheitsmaßnahmen bisher gewesen seien, sagte er. »Die Handlungsfähigkeit dieser Gruppen wurde in keiner Weise eingeschränkt«, die Bewaffneten könnten sich problemlos zwischen verschiedenen Teilen Nigerias oder über die Grenzen hinweg bewegen.
Eine Beamtin aus dem Bezirk Borgu, in dem sich der Angriff ereignete, sprach von 30 getöteten Menschen, die am Sonntag beigesetzt worden seien. Sie wolle jedoch anonym bleiben, da sie nicht befugt sei, mit den Medien zu sprechen. Dorfbewohner aus den Gemeinden Dakera, Gidan-Zana und Sabon Gida seien betroffen, sagte sie weiter.
Massenentführungen, auch von Schulkindern, sind in Afrikas bevölkerungsreichstem Land mit rund 240 Millionen Einwohnern weit verbreitet. Bei den Entführern handelt es sich entweder um dschihadistische Terrormilizen wie Boko Haram oder auch kriminelle Banden. Bislang reklamierte keine Gruppe den Angriff auf die vier Dörfer für sich. (dpa/Reuters/jW)
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