Nachschlag: Ghanis Märchenstunde
→ Die letzten Tage von Kabul. Di., 20.15 Uhr, Arte
Das ist schon erstaunlich, wie Ex-präsident Aschraf Ghani in »Die letzten Tage von Kabul« seine Flucht aus der afghanischen Hauptstadt beschreibt. Angeblich musste er sich blitzschnell entscheiden und verließ das Land »mit gar nichts außer dem, was er am Leib trug«, sei also quasi in Pantoffeln zum rettenden Flugzeug geeilt. Die Ankündigung, bis zuletzt die Stellung zu halten, vergaß er lieber. Denn sonst hätten ihn die Taliban ja dazu gezwungen, auch formal die Macht an sie abzutreten, und das habe er unbedingt verhindern wollen. Damit will er offensichtlich Berichten entgegentreten, er und die anderen Vertreter seines von der NATO eingesetzten und von den Taliban 2021 gestürzten Regimes hätten sich während ihrer Amtszeit bereichert und die Beute noch rasch außer Landes geschafft. Überhaupt haben Ghani und Co. in der dreiteiligen Dokumentation viel Gelegenheit, sich ins beste Licht zu rücken. Sicher gibt es interessante zeithistorische Aufnahmen zu sehen, doch das meiste ist Propaganda. (jt)
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