Ungewöhnliche Wiederverwertung
Konstanz. Wer hat nicht schon mal etwas Skurriles in seinem Keller entdeckt? Doch mit diesem Fund kann vermutlich niemand mithalten: In einem Keller in der Konradigasse in Konstanz wurde ein mittelalterlicher Schiffsrumpf entdeckt, der nun von einem Team aus Archäologinnen und Bauforschern untersucht wird. Offenbar wurde er beim Bau der Decke des Kellers im Jahr 1244 als Material benutzt. Die Wiederverwendung einzelner Bestandteile aus Schiffen war zwar damals im Rahmen mittelalterlicher Kreislaufwirtschaft durchaus üblich, doch ist es sehr ungewöhnlich, dass »ein fast vollständig zusammenhängender Schiffsrumpf verbaut« wurde, wie die Forscherin Alexandra Ulisch in einer Pressemitteilung des Landesamts für Denkmalpflege vom 12. August betont. Bei dem Fund handelt es sich um Überreste eines flachbodigen Lastsegelschiffes. Archäologisch bedeutsam sind auch an den Planken gefundene Reparaturstellen, die Aufschluss über die Techniken des mittelalterlichen Schiffsbaus geben können. Bislang wurden Holzproben entnommen, um mittels der dendrochronologischen Methode das Alter der gefällten Bäume für das Holz bestimmen zu können, und es wurden Hunderte Bilder von dem Rumpf aufgenommen. (jW)
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