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03.08.2026, 18:21:19
- → Natur & Wissenschaft
Studie: Jugendliche mit Social Media sind schlechter in der Schule
Milano. Ein Forscher-Team um Marco Gui von der Universität Milano-Bicocca hat mehr als 5.000 Schüler gefragt, in welchem Alter sie ihr erstes Social-Media-Konto einrichteten: vor der neunten Klasse oder erst danach. Dann analysierte es, wie die Schüler in späteren Leistungstests abschnitten, und zwar in Mathematik, der Muttersprache Italienisch sowie Englisch.
Das Ergebnis der im Fachblatt Nature Human Behaviour veröffentlichten Studie: Diejenigen, die bereits in der sechsten, siebten oder achten Klasse ein Social-Media-Konto hatten, schnitten in den Tests im Schnitt schlechter ab als diejenigen, die mindestens bis zur neunten Klasse mit einem Konto warteten, also dann meist mindestens 14 oder 15 Jahre alt waren. Auch wiederholten die frühen Nutzer von Tiktok, Instagram, Facebook usw. häufiger eine Klasse.
Nur in Englisch waren die Teenager, die schon früh ein Konto auf einer der Plattformen hatten, genauso gut. Die Autoren der Studie stellen die Hypothese auf, dass dies mit der »allgegenwärtigen Präsenz englischsprachiger Inhalte auf Social-Media-Plattformen« zusammenhängen könne. Das helfe den Schülern möglicherweise, informell Englisch zu lernen.
Die Autoren erklären, ihre Studie zeige, dass es wohl wirklich einen ursächlichen Zusammenhang zwischen sozialen Medien und Lernleistungen gebe. Denn das Team habe für die Studie zum Beispiel das Bildungsniveau der Eltern und den sozialen und wirtschaftlichen Hintergrund der Familien berücksichtigt.
Die möglichen Gründe für die beobachteten Effekte wurden in der Studie nicht untersucht. Vorherige Forschung verweise aber auf die häufige Ablenkung durch soziale Medien, die das Lernen stört. Das Team schreibt weiter, zukünftig könne auch geschaut werden, ob es ein Zeitproblem sei: Wer gerade in sozialen Medien abhänge, könne nicht für die Schule lernen. Außerdem könne auf kognitive Überlastung geschaut werden, also ob das Arbeitsgedächtnis des Gehirns die Fülle an Informationen gar nicht aufnehmen könne. (dpa/jW)
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