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29.07.2026, 19:29:08
- → Kapital & Arbeit
Lufthansa und KLM geben Kaufangebot für portugiesische Airline ab
Lissabon. Der Bieterkampf um die portugiesische Staatsairline TAP geht in die heiße Phase: Die Lufthansa und Air France-KLM reichten am Mittwoch wie erwartet jeweils ein verbindliches Angebot zum Kauf einer Minderheitsbeteiligung an TAP bei der Regierung Portugals ein. Das teilte die portugiesische Staatsholding Parpublica kurz nach Ablauf der Angebotsfrist in Lissabon mit. Portugal will einen Anteil von 44,9 Prozent an einen strategischen Partner verkaufen, um die Airline wettbewerbsfähiger zu machen. Lufthansa und Air France-KLM sind nach unverbindlichen Offerten im April die einzigen verbliebenen Bieter. Die Regierung hatte beide Vorschläge damals als strategisch und finanziell gleichwertig bezeichnet.
Die Bieter gaben Zusicherungen ab, die Portugal wichtig sind. »Wir wollen die nationale Airline Portugals als Teil der Lufthansa Gruppe und führende Fluggesellschaft für den Südatlantik mit Lissabon als strategischem Drehkreuz stärken«, erklärte Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Für die Lufthansa sind vor allem Verbindungen nach Lateinamerika, insbesondere nach Brasilien, interessant. Lissabon solle als Drehkreuz gestärkt werden, und die nationale Identität der Airline TAP wie bei anderen Töchtern der Gruppe gewahrt bleiben. Infrastrukturminister Miguel Pinto Luz erklärte jüngst, die Entscheidung hänge nicht allein vom Preis ab. Der künftige Partner müsse zudem das Wachstum im gesamten Land unterstützen, auch von Flughäfen wie Porto oder auf den Azoren.
Angaben zu den gebotenen Kaufpreisen machten die Unternehmen nicht. Nach Einschätzung der Experten des Analysehauses Bernstein hat der zum Verkauf stehende Anteil einen Wert von rund 700 Millionen Euro, basierend auf einer Gesamtbewertung der TAP von 1,5 Milliarden Euro. Die Privatisierung der TAP war im Juli 2025 neu gestartet worden. Binnen 30 Tagen muss Parpublica der Regierung eine finale Bewertung der Gebote vorlegen. Diese kann dann schon entscheiden oder mit beiden Interessenten verhandeln. Der Prozess soll bis Ende September abgeschlossen werden. Nach Ansicht der Regierung muss die Fluggesellschaft Teil eines Luftfahrtkonzerns werden, da EU-Beihilferegeln weitere staatliche Hilfen verbieten. TAP ist auch wegen ihrer Verbindungen in das portugiesischsprachige Afrika und in die USA attraktiv. (Reuters/jW)
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