Ein kalter Klumpen Meer
Potsdam. Überall werden im Zuge des Klimawandels auch die Ozeane immer wärmer – nur an einer Stelle nicht. Ein Gebiet im Atlantik, südlich von Grönland und Island, kühlt sich seit Jahrzehnten sogar ab. Die Oberflächentemperatur ist dort seit dem 19. Jahrhundert um ein Grad gesunken. Wie diese Abkühlung, der sogenannte Cold Blob (kalter Klumpen), zustande kommt, war in der Forschung noch umstritten. Als wahrscheinlich galt ein Zusammenhang mit der Abschwächung der Atlantischen Meridionalen Umwälzströmung (AMOC), die warmes Wasser aus den Tropen nach Norden führt. Ein Team um Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung hat nun einen Datensatz zum Nordatlantik ausgewertet, um diese Vermutung zu bestätigen. Ihre am 28. Mai in Geophysical Research Letters veröffentlichte Studie stützt im wesentlichen die bisherige These. Der Cold Blob, so ihr Befund, ist weniger ein Oberflächenphänomen, vielmehr lässt sich die Kälteabweichung noch bis zu 1.000 Metern Tiefe nachweisen. Etwa so weit reicht auch die AMOC. Zudem wurde im Gebiet des Cold Blob ein sinkender Salzgehalt festgestellt, was mit der Beobachtung übereinstimmt, dass weniger salzhaltiges Wasser aus den Tropen nach Norden gelangt. (jW)
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
