Drohende Erdbeben früher erkennen
Potsdam. Forschende des GFZ Helmholtz-Zentrums für Geoforschung um Sadegh Karimpouli und Patricia Martínez-Garzón haben einen Ansatz entwickelt, um durch die Beobachtung von Strukturen in seismischen Aktivitäten vor Erdbeben diese früher vorhersagen zu können. Unter Zuhilfenahme von maschinellem Lernen untersuchten sie gut dokumentierte Eruptionen wie die in L’Aquila (Italien, 2009), Iquique (Chile, 2014) und Kahramanmaraş (Türkei, 2023). Dabei zeigten sich schon in einem Zeitraum von Wochen bis Monaten vor den Erdbeben charakteristische Muster. Das Besondere der Anfang Mai in Nature Communications veröffentlichten Studie ist der Fokus darauf, wie sich zeitlich und räumlich nahe beieinanderliegende Erdbeben gegenseitig beeinflussen. »Durch die Analyse ihres kollektiven Verhaltens können wir besser erfassen, wie sich Spannungen in der Erdkruste vor großen Ereignissen aufbauen«, so Mitautor Marco Bohnhoff. Eine verstärkte Wechselwirkung der Herde seismischer Aktivität wies im Vorfeld auf das kommende Ereignis hin. Allerdings zeigte sich auch, dass die gewonnenen Kriterien nicht immer anwendbar sind. So zeigte sich bei den Daten des Amatrice-Erdbebens 2016 in Italien kein vergleichbares Muster. (jW)
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