Gebäudereiniger fordern zwei Euro mehr
Frankfurt am Main. Zwei Euro mehr pro Stunde für alle Beschäftigten im Gebäudereinigerhandwerk, das ist die Forderung der zuständigen Bundestarifkommission der Industriegewerkschaft Bauen, Agrar, Umwelt (IG BAU) für die anstehenden Tarifverhandlungen. Für die unterste Lohngruppe, die den Branchenmindestlohn erhält, würde der Stundenlohn dann 17 Euro betragen, Glas- und Fassadenreiniger würden nach erfolgreicher Verhandlung beispielsweise 20,40 Euro die Stunde verdienen. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrages soll zwölf Monate betragen.
Immer wieder argumentierten die Unternehmen, erklärte Ulrike Laux, im Vorstand der IG BAU, am Montag, dass es keine Lohnerhöhungen geben könne, weil die Kunden keine Preiserhöhungen akzeptierten. Dabei sei es ganz anders: »In anderen Handwerksbranchen sind mindestens 45 oder sogar über 60 Euro pro Stunde der Preis für die Ausführung der Leistung. In der Gebäudereinigung weniger als die Hälfte.« Auch die Firmen müssten ihren Beitrag leisten und die Beschäftigten an den erzielten Gewinnen beteiligen.
Das Gebäudereinigerhandwerk ist mit über 29,5 Milliarden Euro Jahresumsatz ein bedeutender Wirtschaftszweig und mit rund 700.000 Beschäftigten das größte Handwerk in Deutschland. Etwa 500.000 bekommen lediglich den Branchenmindestlohn, ein Großteil von ihnen sind Frauen. In den Betrieben des Bundesinnungsverbandes sind rund 80 Prozent aller Beschäftigten angestellt. Der erste Verhandlungstermin ist am 9. September 2026, der derzeitige Tarifvertrag läuft Ende dieses Jahres aus. (jW)
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