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Indien protestiert gegen US-Angriffe
Neu-Delhi. Angesichts wachsender Empörung über den tödlichen Angriff des US-Militärs auf ein Handelsschiff mit indischer Besatzung am Dienstag hat das Außenministerium in Neu-Delhi am Freitag erneut den Geschäftsträger der US-Botschaft einbestellt – diesmal mittags und vor laufenden Fernsehkameras, wie die Nachrichtenseite The Wire berichtete. Anlass des förmlichen Protests war der Beschuss des mittlerweile dritten Schiffes im Golf von Oman, das indische Seeleute an Bord hatte.
Am Donnerstag hatte die US-Armee den unter der Flagge Guinea-Bissaus fahrenden Tanker »MT Jalveer« angegriffen, der angeblich versucht haben soll, iranisches Öl zu transportieren, und damit gegen ein von den USA verhängtes Embargo verstieß. An Bord befanden sich 20 indische Crewmitglieder. Nach Angaben des US-Zentralkommandos feuerte ein US-Flugzeug zwei Raketen auf das Schiff ab, nachdem es wiederholt Anweisungen der US-Streitkräfte nicht Folge geleistet habe. Alle 20 Seeleute wurden anschließend im Oman in Sicherheit gebracht.
Bereits am Mittwoch abend hatte das indische Außenamt den US-Vertreter in Neu-Delhi vorgeladen und den Angriff auf die »MT Settebello« verurteilt, bei dem am Vortag drei Inder getötet worden waren. Laut der in Dubai ansässigen Reederei IOS Marine FZE soll das Bombardement ohne Vorwarnung erfolgt sein. Indiens Oppositionsführer Rahul Ghandi beklagte am Freitag auf X, dass Premierminister Narendra Modi Anfang der Woche am G7-Gipfel in Frankreich teilnehmen und dort »lächeln, umarmen und Abkommen unterzeichnen« werde – »doch für die drei getöteten Inder wird er kein Wort übrig haben«. (jW)
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