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Konfliktforschung

Zahl der Kriege auf Höchststand

Oslo. Nie zuvor seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs gab es weltweit so viele kriegerische Auseinandersetzungen wie im vergangenen Jahr. 2025 seien 65 Konflikte unter Beteiligung staatlicher Akteure verzeichnet worden, hieß es in dem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht des Osloer Friedensforschungsinstituts (PRIO). Die Zahl der Konflikte zwischen zwei Staaten, darunter der seit mehr als vier Jahren andauernde Ukraine-Krieg sowie die Konflikte zwischen Indien und Pakistan sowie zwischen Thailand und Kambodscha, verdoppelte sich laut der Studienautorin Siri Aas Rustad auf acht und stieg damit ebenfalls auf ein Rekordhoch seit 1946. Rund 245.000 Menschen wurden bei kriegerischen Konflikten oder durch politische Gewalt getötet. Bei direkten Angriffen auf Zivilisten seien fast 76.500 Menschen getötet worden und damit mehr als fünfmal so viele wie 2024.

Der starke Anstieg bei zivilen Todesopfern ist vor allem auf die Kämpfe im Sudan zwischen der Armee von Militärherrscher Abd Al-Fattah Al-Burhan und den Schnellen Einsatzkräften (RSF) seines früheren Stellvertreters Mohammed Hamdan Daglo zurückzuführen. Allein bei der Belagerung der Provinzhauptstadt Al-Faschir in der Region Darfur durch die RSF wurden circa 60.000 Menschen getötet. Afrika war der Studie zufolge mit 29 Konflikten weiterhin der am stärksten von Gewalt betroffene Kontinent. Dahinter folgten Asien, der Nahe Osten, Nord- und Südamerika sowie Europa.

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»Eines der aggressivsten Länder ist gegenwärtig Israel«, sagte Rustad. Sie verwies auf den Iran-Krieg sowie die israelischen Militäreinsätze in Gazas, Syrien, Libanon und gegen die Ansarollah (»Huthi«) im Jemen. »Es gibt eindeutig mehr Spannungen in der Welt«, so Rustad. Eine große Rolle spiele dabei auch die US-Regierung unter Präsident Donald Trump, die zum Anstieg der Gewalt beigetragen habe. Zugleich werde die internationale Zusammenarbeit zurückgefahren. »Der UN-Sicherheitsrat funktioniert derzeit nicht«, resümierte die Studienautorin. »Wir steuern auf eine viel stärker polarisierte Welt zu.« (AFP/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 10.06.2026, Seite 6, Ausland

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