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20.05.2026
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Zinnsoldaten des Tages: 4. US-Panzerbrigade
Die Soldaten der 4. Panzerbrigade der US-Armee hatten ihre Rucksäcke schon gepackt, ihr Gerät war schon irgendwo auf See, und sie standen kurz davor, für eine Weile in Polen stationiert zu werden – im Rahmen der sogenannten rotierenden Präsenz von NATO-Truppen an der »Ostflanke«: einer Konstruktion, mit der die westliche Allianz versuchte, sich dem Wortlaut nach an die alte Vereinbarung mit Russland zu halten, keine NATO-Truppen »dauerhaft« östlich der Oder zu stationieren. Aber nicht dem Inhalt nach. Denn, so die Schlaumeier in Brüssel und Washington: Wenn Einheiten nach einem Jahr wieder weg sind, ist das ja nicht dauerhaft gewesen, dann kommen die nächsten. Irgendwelche sind immer da.
Oder eben auch nicht. Die politische Szene Polens ist in heller Aufregung, weil die USA jetzt den »Rotationseinsatz« in Polen aufgeschoben oder gleich abgesagt haben. So genau weiß das in Warschau niemand. Dafür glauben alle, dass das »ein schlechtes Signal für Polen« sein soll, am Ende sogar eine »Geste an Putin«.
Die Rzeczpospolita hat am Dienstag die Hintergründe beleuchtet. Demnach soll Donald Trump sauer auf Friedrich Merz gewesen sein und wollte die BRD durch den Abzug von 5.000 US-Soldaten bestrafen. Das Pentagon habe aber eingewandt, dass das so einfach nicht gehe. Denn aus Deutschland müssten auch Familienangehörige mit evakuiert werden, für die müssten Jobs gefunden werden und Wohnungen. Da sei es doch »logistich einfacher«, Soldaten erst gar nicht zu schicken, die noch gar nicht am Ort seien. Eine unschlagbare Logik. Und dass es zwei unterschiedliche Länder betrifft? Das muss ein US-Präsident so wenig wissen wie ein Deutscher den Unterschied zwischen Nebraska und Wyoming zu kennen braucht. Alles irgendwo da drüben. Sollen sie bleiben, wo zwar nicht der Pfeffer wächst, dafür aber Schiefergas lagert.
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