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16.05.2026
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Was hat Ihr Einsatz für Klimaschutz bewirkt?
Das Bündnis Clean Energy Nepal engagiert sich in Projekten, berät Politik und macht Druck, berichtet Prakash Lama
Wir führen dieses Gespräch am Sitz von Clean Energy Nepal in Kathmandu. Welche besondere Funktion haben Sie hier?
Es gibt in Nepal mehrere Netzwerke, die sich im Bereich Klimaschutz engagieren. Wir bieten Infrastruktur und helfen bei der Koordination. Das Climate Change Network Nepal, kurz CCNN, war eines der frühen Netzwerke, das es immer noch gibt. Der Schwerpunkt hat sich jetzt eher auf die nepalesische Sektion des Climate Action Network South Asia, CANSA, verlagert. Dazu gehören bei uns derzeit 25 Mitgliedsvereine. Und es gibt das Jugendnetz Nepalese Youth for Climate Action, das gut ein Dutzend Gruppen umfasst.
Von welchen Aktivitäten können Sie berichten?
Über CANSA arbeiten wir in einem Projekt daran, eine klimaresiliente Stadt zu entwickeln. Von einem Vorgängerprojekt gibt es bereits gesammelte Datengrundlagen, die wir jetzt nutzen können. Es geht darum, das in die lokale und nationale Politik einzubringen. Verschiedene Treffen mit Bürgermeistern und Ministerien haben bereits stattgefunden. Denn eines ist klar: Bislang stand das Thema Klimaschutz bei der Politik nicht unbedingt im Fokus. Erst wir haben es mit hartnäckigem Einsatz auf die Tagesordnung gehoben. Gerade die Städte hinterlassen klimatisch einen großen Fußabdruck. Da müssen wir dringend etwas tun. Und über ganz Südasien verteilt gibt es sehr viele Städte.
Welchen Ansatz verfolgen Sie genau?
Es geht um mehrere Säulen. Ganz wichtig ist uns, dass die Zivilgesellschaft gehört und mitgenommen wird. Politikberatung ist nötig, um gemeinsam überhaupt klare Klimaschutzziele zu formulieren. Und schließlich geht es darum, dass diese definierten Vorgaben auch eingehalten werden. Erste Erfolge auf diesem Weg gibt es schon. So hat in Dhulikhel (Kleinstadt einige Kilometer östlich von Kathmandu, jW) der Bürgermeister die Initiative ergriffen und eine Untersuchung angeschoben, wie die Kommune aktuell beim Klimaschutz dasteht. Mit der Auswertung beschäftigen wir uns gerade.
In einem anderen Projekt wurde eine Studie zur urbanen Mobilität im Großraum Kathmandu erstellt. Da geht es zum Beispiel, da vieles recht nahe beieinanderliegt, um den Ausbau von Fußgängerwegen. Eine andere Studie befasst sich mit Transportfragen. Es gibt Städte, die begonnen haben, Fahrradwege zu bauen oder zumindest extra Streifen für den Fahrradverkehr auszuweisen. Wir machen nun Druck, dass dies weiter vorangetrieben wird.
Sie erwähnten auch schon das Problem Luftverschmutzung …
Ja, eine Datensammlung zur Luftqualität an mehreren Orten ist ebenfalls in Arbeit. Es gibt 20 Messstützpunkte in zehn Städten, neben sieben Regionalzentren auch Kathmandu, Lalitpur und Bhaktapur im Ballungsraum der Hauptstadtmetropole. Wir wissen, dass gerade in Kathmandu im Winterhalbjahr die Luft besonders schlimm ist. Die Datengrundlage war aber bisher dürftig. Inzwischen liegen viele Messwerte in guter Qualität vor, um damit tatsächlich arbeiten zu können. Und wir stellen sie als Open Data frei zugänglich zur Verfügung. Für Bürger, aber auch für die Politik, um daraus wiederum konkrete Maßnahmen abzuleiten.
Welche Maßnahmen können oder sollen das sein?
Mit dem Umweltministerium gab es schon Gespräche zu Luftqualitätsstandards. Und nach meinem Kenntnisstand ist der Entwurf dazu in der finalen Fassung. Bisher gab es nur in Kathmandu früher schon mal einen Air-Management-Plan; es haperte aber an der Umsetzung. Jetzt wirken wir darauf hin, dies besser und auf nationaler Ebene zu installieren. Dabei sollen unsere gesammelten Daten einfließen. Zudem geht es um eigene Klimaschutzpläne der einzelnen Lokalverwaltungen. Da liegt noch einiges an Arbeit vor uns.
Verfassungsartikel 30 garantiert das Recht auf eine saubere Umwelt. Nepals Umweltpolitik hat auch gute Ansätze, ebenso die Visionen der Parteien. Das Problem ist oft die Umsetzung. So haben wir schon eine CO2-Steuer, aber das eingenommene Geld fließt nicht in den Topf für Klimaschutz.
Prakash Lama arbeitet für Clean Energy Nepal (CEN) und wirkt dort als Koordinator für diverse Netzwerkgruppen im Bereich Klimaschutz
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