Zum Inhalt der Seite

Nachschlag: Kanzlertagebuch

→ DW Deutsch | Mi., Youtube

Foto: Chris Emil Janßen/IMAGO
Friedrich Merz trägt sich ins Goldene Buch des Übersee-Clubs ein (Hamburg, 7.5.2026)

Wer die vergangenen 370 Tage unter einem Stein gelebt hat und sich nun plötzlich für das erste Jahr der Kanzlerschaft von Friedrich Merz interessieren sollte, hat diese Woche viele Chancen geboten bekommen. Zum Beispiel durch den vom Kanzleramt finanzierten Auslandssender Deutsche Welle. Am Mittwoch erfuhr man auf dessen deutschsprachigem Youtube-Kanal: Merz habe »die Wirtschaft« zum »großen Gradmesser« gemacht, aber nun schaue es nicht gut aus. Umfragen im Keller, Friktionen mit Washington. Die AfD weiß seinen Streit mit der SPD für sich zu nutzen. Diese wiederum habe mit sich selbst zu kämpfen. Merz habe sich das anders vorgestellt, erklärte DW-Chefkorrespondentin Michaela Küfner. Ihre Kritik begrenzte sich auf die Feststellung, dass sich der Kanzler auf das Lindern von Symptomen einlasse. Hinterfragt wird die »Reformpolitik« nicht, sondern nüchtern aus dem Kanzlertagebuch berichtet. Dafür wird auf Rufe nach mehr Elan à la Maischberger-Illner-Lanz verzichtet. Geradezu wohltuend. (mb)

→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 08.05.2026, Seite 14, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Pressefreiheit schützen, Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Revision möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!