-
08.05.2026
- → Feuilleton
Nachschlag: Kanzlertagebuch
→ DW Deutsch | Mi., Youtube
Wer die vergangenen 370 Tage unter einem Stein gelebt hat und sich nun plötzlich für das erste Jahr der Kanzlerschaft von Friedrich Merz interessieren sollte, hat diese Woche viele Chancen geboten bekommen. Zum Beispiel durch den vom Kanzleramt finanzierten Auslandssender Deutsche Welle. Am Mittwoch erfuhr man auf dessen deutschsprachigem Youtube-Kanal: Merz habe »die Wirtschaft« zum »großen Gradmesser« gemacht, aber nun schaue es nicht gut aus. Umfragen im Keller, Friktionen mit Washington. Die AfD weiß seinen Streit mit der SPD für sich zu nutzen. Diese wiederum habe mit sich selbst zu kämpfen. Merz habe sich das anders vorgestellt, erklärte DW-Chefkorrespondentin Michaela Küfner. Ihre Kritik begrenzte sich auf die Feststellung, dass sich der Kanzler auf das Lindern von Symptomen einlasse. Hinterfragt wird die »Reformpolitik« nicht, sondern nüchtern aus dem Kanzlertagebuch berichtet. Dafür wird auf Rufe nach mehr Elan à la Maischberger-Illner-Lanz verzichtet. Geradezu wohltuend. (mb)
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!