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Nachschlag: Die Kunst des Lebens

Being Hipp – First Lady of European Jazz | Arte-Mediathek

Foto: rbb/Berliner Festspiele/Jazzfest Berlin
Haute alle vom Hocker: Pianistin Jutta Hipp

Während Bomber in den letzten Kriegsmonaten ihre explosive Fracht über Leipzig abwarfen, traf sich in den Kellern der zerstörten Stadt eine kleine Szene junger Leute. Im Angesicht des Todes feierten sie das Leben und den Jazz, fieberten der Befreiung von den Faschisten entgegen. Unter ihnen Jutta Hipp, Pianistin mit durchdringend perkussivem Stil, aus dem ein moderner Johann Sebastian Bach floss. In den 50er Jahren machte sich die Autodidaktik in den Klubs von Frankfurt am Main einen Namen – Jazz als Kunstform, Ausdruck des Selbst. Und Jutta wurde hip, ging nach New York, spielte mit den ganz Großen, veröffentlichte als erste Musikerin aus Europa beim Blue-Note-Label. Doch die Oberflächlichkeit des US-Publikums, das Machogehabe ihrer Kollegen und Selbstzweifel drängten sie, ihr Talent an den Nagel zu hängen. Sie hätte sonst nicht länger gelebt, erzählt sie sächselnd in dieser Doku. Näherin in einer Kleiderfabrik zu werden, das machte sie glücklich. 2003 starb Jutta Hipp in Queens, verehrt wird sie bis heute. (mme)

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Erschienen in der Ausgabe vom 29.04.2026, Seite 14, Feuilleton

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