Zum Inhalt der Seite

»Schuldenbremse«: Vorstoß erzürnt Union

Berlin. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch hat das Aussetzen der sogenannten Schuldenbremse ins Spiel gebracht, falls die Iran-Krise mit erheblichen wirtschaftlichen Auswirkungen für Deutschland anhält. »Der Staat hat die Aufgabe, einen Zusammenbruch unserer Wirtschaft zu verhindern«, sagte Miersch der Neuen Osnabrücker Zeitung am Wochenende. Er wolle »keinen Teufel an die Wand malen, aber natürlich müssen im schlimmsten Fall alle Optionen auf den Tisch«. Dazu könne auch zählen, eine Haushaltsnotlage auszurufen, also einen sogenannten Überschreitensbeschluss zu fassen und womöglich neue Schulden aufzunehmen, sagte Miersch. Die Ausnahmeregelung ermöglicht es, dass der Bund in »außergewöhnlichen Notsituationen« mehr Kredite aufnimmt. »Jetzt von neuen Schulden zu sprechen ist Ausdruck politischer Faulheit«, empörte sich CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann bei Bild. Es brauche »Anreize« für mehr Arbeit, Bürokratieabbau und Vorrang für Innovation; außerdem müsse gespart werden. An die Adresse des Koalitionspartners gerichtet, sagte er: »Die SPD muss beweisen, dass sie reformbereit ist, oder sagen, wenn es anders ist.« Der Chef der CSU im Bundestag, Alexander Hoffmann, sagte gegenüber dpa: »Es gibt keine Anzeichen für eine Haushaltsnotlage, sondern einen klaren Auftrag zur Haushaltskonsolidierung.« Miersch hingegen hatte erklärt: »Wer eine solche Herangehensweise kategorisch ausschließt, anstelle die notwendigen Vorkehrungen zu treffen, dem sind die Dimensionen der Verwerfungen offenbar nicht bewusst, die bei einer Fortdauer der Iran-Krise auf uns zukommen.« (dpa/jW)

junge Welt

Du findest junge Welt Journalismus wichtig – aber ein Abo ist (noch) nichts für dich?

Dann unterstütze uns jetzt mit einer monatlichen oder einmaligen Spende – ganz unkompliziert, ohne Verpflichtung, aber mit großer Wirkung.

Werde Teil einer engagierten Community, die die Weltsicht der Herrschenden nicht übernimmt, sondern kritisch hinterfragt. Dein Beitrag hilft uns dabei.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Danke für Deine Spende.
Sie macht junge Welt Journalismus erst möglich.
Erschienen in der Ausgabe vom 27.04.2026, Seite 4, Inland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!