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Linke Presse

Die einzige ihrer Art

In Deutschland gibt es mit der jungen Welt nur noch eine linke Tageszeitung am Kiosk

Von Aktion und Kommunikation
Foto: Nikolas Sisic/jW

Zehntausende Exemplare der jungen Welt werden auf den Feiern zum 1. Mai, dem Kampftag der Arbeiterklasse, in über hundert Städten im deutschsprachigen Raum verteilt. Unterstützerinnen und Unterstützer, Freundinnen und Freunde der jungen Welt legen sich dieser Tage ins Zeug, die einzig verbliebene deutsche linke Tageszeitung in Druckform weiterzugeben.

Und vielleicht haben auch Sie, hast auch du gerade eine der Verteilzeitungen in der Hand. Dann würden wir uns gerne einmal vorstellen!

Die junge Welt erscheint seit 1947 und aktuell mit sechs Ausgaben pro Woche gedruckt – und nun auch schon seit Jahrzehnten digital. In der DDR noch Organ der Jugendorganisation FDJ, ist sie seit 1990 ein oppositionelles Blatt. Ein angebliches Schmuddelkind in der deutschen Presselandschaft: Eine täglich erscheinende Zeitung, die sich an die Seite der Lohnabhängigen stellt, internationale Solidarität praktiziert, Militarismus und imperialistische Kriege beim Namen nennt. Antifaschistisch, antikapitalistisch, unbequem.

Während eine mediale Fraktion Aufrüstung als alternativlos verkauft und soziale Proteste als Störung behandelt, berichtet die junge Welt aus Gegenden, die auf der Landkarte der bürgerlichen Presse selten auftauchen. Sie greift Themen auf, die anderswo unter den Tisch fallen, zeigt Zusammenhänge auf, die andere verschweigen, kontextualisiert, ordnet ein, analysiert. Und das auch noch marxistisch orientiert. Denen, die sonst nicht gehört werden, gibt sie eine Stimme.

Die Bedingungen auf dem Pressemarkt sind insgesamt härter geworden. Papier, Druck, Versand, Energie – alles wird teurer. Der Verfassungsschutz beobachtet die Zeitung, erschwert damit Kooperationen und Werbegeschäfte und will der jW den Nährboden entziehen, bekämpft sie somit offen. Trotz alledem erscheint die jW werktäglich. Weil Leserinnen und Leser sie tragen, weil Unterstützerinnen und Unterstützer sie bewerben, weil Genossinnen und Genossen ihr den Rücken freihalten.

Die junge Welt gehört keinem Konzern, keiner Partei. Über 3.000 Menschen sind Mitglied in der jW-Genossenschaft (LPG junge Welt eG), der der Verlag 8. Mai gehört, welcher wiederum die jW herausgibt. Über 3.000 Bekenntnisse zu linkem, unabhängigen Journalismus. Das bedeutet auch: keine Renditeerwartungen, keine staatlichen Zuschüsse mit Bedingungen, keine Rücksichten auf Werbeetats oder politische Stimmungen. Die jW finanziert sich hauptsächlich über Abonnements. Und auch hier ist Solidarität praktisch erlebbar. Niemand soll ausgeschlossen werden, weil das Geld knapp ist. Deshalb arbeitet die junge Welt mit einem dreistufigen Preismodell: Zum Normalabo kommt das Sozialabo, es ermöglicht auch Menschen mit weniger Geld die Lektüre, knapp kostendeckend kalkuliert, aufgefangen durch das Solidaritätsabo: Wer mehr zahlen kann, verhilft so denen, die weniger haben, zur Lektüre der jW. Es gibt weder Formulare noch Nachweise noch Kontrolle. Jede und jeder entscheidet selbst, was leistbar ist.

Print oder online? Täglich oder nur am Wochenende? Die jW lässt sich flexibel lesen. Mit unterschiedlichsten Angeboten versuchen wir, unterschiedlichen Lesegewohnheiten gerecht zu werden. Der kostenlose Newsletter »links & bündig« bietet einen einfachen Einstieg: jeden Abend, nahezu pünktlich zur Tagesschau eine kuratierte Auswahl der wichtigsten Artikel des nächsten Tages, direkt ins Postfach. Überblick und Orientierung über die Themen und die Perspektive der jungen Welt.

Wer die Zeitung kennenlernen will, kann sie zwei Wochen kostenlos testen. Das sind zwölf Ausgaben frei Haus, ohne Abofalle und ohne automatische Verlängerung. Das Probeabo endet automatisch. Doch es geht auch noch unverbindlicher. Von Montag bis Freitag am Kiosk, in der Bahnhofsbuchhandlung, der Trafik, dem Büdchen: Da gibt es die Zeitung natürlich auch. Mit dem Gutschein auf der Titelseite der heutigen Ausgabe bekommen Sie eine weitere junge Welt kostenlos im Pressefachhandel. Ein gedrucktes Exemplar ist auch ideal, um andere auf die junge Welt aufmerksam zu machen, diese Erfahrung weiterzureichen.

Informationen dürfen kein Luxusgut sein. Unterschiedliche Perspektiven auch nicht. Die junge Welt dokumentiert soziale Kämpfe, analysiert Machtverhältnisse und liefert Argumente. In Zeiten, in denen kritischer Journalismus selten wird, ist das eine Notwendigkeit. Die jW steht an der Seite derer, die gegen »Zeitenwende«, Klassenkampf von oben, Militarisierung und soziale Zumutungen auf die Straße gehen, so auch heute, am Kampftag der Arbeiterklasse.

Themen:
junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 30.04.2026, Seite 16, Aktion

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Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

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