-
20.04.2026
- → Feuilleton
Nachschlag: 1984
Wonder Woman 1984 | Sa., 22.40 Uhr, Puls 4
Dieses 1984 ist nicht die Orwellsche Welt, sondern das Weltende der Reagan-Ära, in der die Götter mit vollen Händen ihre Gaben ausstreuen. Was bekanntlich in Wahrheit ein Fluch ist: »Die Götter wollen dein Verderben!« Kein Wahrheitsministerium muss mehr die Geschichte manipulieren, wenn die Geschichte bald zu Ende gegangen sein wird. »Willkommen in der Zukunft«, heißt es im Werbe-TV, um Anteile an einem Unternehmen anzupreisen, das alle Wünsche zu erfüllen verspricht: »Welcome to Black Gold Cooperative, the first Oil Company run for the people by the people.« Die Unternehmerfigur, die der genossenschaftlichen Ölfirma allgemeiner Wunscherfüllung vorsteht, wirkt nicht zufällig wie eine Verkörperung des jungen Donald Trump – die 80er-Jahre-Figur schlechthin. Sie findet ein historisches Artefakt, das Wünsche tatsächlich prompt erfüllt: Die Regierung will noch mehr Atomraketen, das Ölunternehmen fällt in Ägypten ein. Es rächt sich die Freudsche Reflexivität: »Die Nichterfüllung des einen Wunsches bedeutet die Erfüllung eines anderen.« Konkurrenz bis aufs Messer. (aha)
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!
